Bebauungsplan: Was er regelt und wie Sie sich wehren
Was der Bebauungsplan festsetzt
Der Bebauungsplan konkretisiert die städtebauliche Ordnung für ein bestimmtes Gebiet. Er trifft verbindliche Festsetzungen, an die sich jedes Vorhaben halten muss.
| Festsetzung | Beispiel |
|---|---|
| Art der baulichen Nutzung | Wohngebiet, Gewerbegebiet, Mischgebiet |
| Mass der baulichen Nutzung | Geschossflächenzahl, Grundflächenzahl, Höhe |
| Bauweise und Baugrenzen | offene oder geschlossene Bauweise, überbaubare Fläche |
| weitere Festsetzungen | Stellplätze, Grünflächen, Pflanzgebote |
Liegt ein qualifizierter Bebauungsplan vor, der Mindestfestsetzungen zu Art und Mass der Nutzung, überbaubarer Fläche und Erschliessung enthält, beurteilt sich die Zulässigkeit allein nach ihm. Bei einem einfachen Bebauungsplan ergänzen die Regeln des Innen- oder Außenbereichs die fehlenden Festsetzungen.
Ausnahmen und Befreiungen
Auch wenn ein Vorhaben den Festsetzungen widerspricht, ist nicht immer alles verloren. Der Bebauungsplan kann ausdrücklich Ausnahmen vorsehen. Daneben erlaubt Paragraph 31 BauGB unter Voraussetzungen eine Befreiung von den Festsetzungen, etwa wenn die Grundzüge der Planung nicht berührt werden und die Abweichung städtebaulich vertretbar ist. Eine Befreiung steht im Ermessen der Behörde und ist ein wichtiges Instrument, wenn ein Vorhaben knapp an einer Festsetzung scheitert.
Sich gegen einen Bebauungsplan wehren
Wer durch einen Bebauungsplan in seinen Rechten betroffen ist, kann ihn mit dem Normenkontrollantrag zum Oberverwaltungsgericht angreifen. Der Antrag ist innerhalb eines Jahres nach Bekanntmachung des Plans zu stellen. Geprüft wird, ob der Plan an formellen oder materiellen Fehlern leidet, etwa an Abwägungsfehlern, bei denen die Gemeinde betroffene Belange nicht oder falsch gewichtet hat. Ein erfolgreicher Normenkontrollantrag kann den Plan für unwirksam erklären.
FAQ
Häufige Fragen
Was regelt ein Bebauungsplan?
Verbindlich, was und wie in einem Gebiet gebaut werden darf, etwa Art und Mass der Nutzung, Bauweise und überbaubare Flächen.
Kann ich von den Festsetzungen abweichen?
Möglicherweise durch eine im Plan vorgesehene Ausnahme oder eine Befreiung nach Paragraph 31 BauGB, wenn die Grundzüge der Planung nicht berührt werden und die Abweichung vertretbar ist.
Wie kann ich gegen einen Bebauungsplan vorgehen?
Mit dem Normenkontrollantrag zum Oberverwaltungsgericht, in der Regel innerhalb eines Jahres nach Bekanntmachung des Plans.
Wo kann ich den Bebauungsplan einsehen?
Bei der Gemeinde, vielfach auch online über die kommunalen Geoportale. Vor einem Grundstückskauf ist die Einsicht dringend zu empfehlen.
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